Etwas Anderes als Schule. 3 Perspektiven auf schulfreies Lernen.

Lesereihe im Irving-Zola-Haus

”Willkommen im Knast” – so begrüßt die Kinderrechtsgruppe KRätZä auf einem Flyer die Neuen in der Schule. In den 90er Jahren haben die KRätZä – KinderRächtsZänker – einen Menschenrechtsreport herausgebracht, in dem sie darstellen, welche Menschenrechte in der Schule nicht gelten: Allen voran das Recht auf Freizügigkeit. Schule ist ihrer Meinung nach eine illegitime Freiheitsberaubung.
Der Mainstream der Erziehungswissenschaft hingegen rechtfertigt die Schulpflicht als historische Errungenschaft: Mit der Durchsetzung der Schulpflicht sei Analphabetismus und Kinderarbeit in Deutschland abge-schafft worden. Und viele Kinder seien der Gewalt in ihren Elternhäusern für eine gewisse Zeit entkommen. Gewerkschafter_innen sehen in der Schulpflicht zumeist eine sinnvolle Regel, die verhindere, dass die Gesellschaft weiter auseinanderdriftet, dass sich die reichen und gebildeten Familien weiter von der Restbevölkerung absetzen.
Sicher gibt es wenige Themen, bei denen die Diskussion ähnlich groẞe Wellen schlägt, wie wenn es jemandem einfällt, den Sinn von Schulpflicht in Frage zu stellen. Die drei Autor_innen dieser Lesereihe tun dies unisono. Das ist eine Gelegenheit groẞe gesellschaftliche Fragen zu diskutieren: Wie lässt sich gesellschaftlicher Zusammenhalt organisieren, wenn nicht mehr auf Zwangskollektivierung zurückgegriffen werden kann? Wo bleiben die Abgehängten und Marginalisierten, wenn alle anderen sich aus der kriselnden Schule zurückziehen?

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VERSCHOBEN auf Di, 9. April, 20:00 Uhr

Blauer Salon im Mehringhof (Gneisenaustr. 2a, 2. Hof Aufgang 2, 1. Stock links)
André Stern: Und ich war nie in der Schule

André Stern beschreibt seinen individuellen Weg, die Schule zu verweigern, nach seinen Bedürfnissen zu lernen und seinen Fragen zu folgen. Sein Buch ist 2010 in der 4. Auflage herausgekommen.
Veranstalter_innen: KritischeLehrer_innen und CONTRASTE – Monatszeitung für Selbstorganisation – Redaktion Berlin.

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VORBEI: Mi, 16. Januar 2013, 17:00 Uhr, Irving-Zola-Haus
(Ohlauer Straße 12, 10999 Berlin / Ecke Reichenberger Straße).
Anke Caspar-Jürgens: Lernen ist Leben.

Vier Jahre lang lebte in Deutschland etwas, das es nach dem Willen der Behörden nicht geben darf: ein völlig freies und selbstbestimmtes Lernprojekt für Kinder. Die »Temenos-Lerngruppe« (temenos, griech.: »geschützter Raum«) existierte, weil die beteiligten Kinder, Eltern und ihre Begleiterin es so wollten – und weil die Beteiligten Wege fanden, sich ihren persönlichen Raum jenseits behördlicher Eingrenzung zu nehmen, in dem ganz neue Lernerfahrungen aufblühen konnten.
In Ihrem Buch beschreibt Anke Caspar-Jürgens die aufregende Zeit, in der sie in Bayern das vierjährige Temenos-Lernprojekt begleitete. Wenn dieses Modell, jetzt Familienschule genannt, in der deutschen Bildungslandschaft einen Platz finden würde, ließen sich viele Probleme lösen, die aus dem bisher nicht umsetzbaren Wunsch nach selbstbestimmter Bildung entstehen. Der persönliche Erfahrungsbericht wird ergänzt durch eine Kritik der Schwachstellen der aktuellen Bildungspolitik.

alternative Termine mit Anke Caspar-Jürgens:

  • Di, 15.01., 20:00 Uhr Lesung (auf Einladung der CONTRASTE – Monatszeitung für Selbstorganisation) im Buchladen Schwarze Risse (Gneisenaustr. 2a, 10961 Berlin, 2. Hof).
  • Do, 17.01., 16:00 Uhr Lesung (auf Einladung der Ini Lehramt FU) an der FU Berlin, Caledonian Café in der Rostlaube, Raum JK 29/231.
  • Am Mi, 16.01., 08:03 Uhr ist Anke zu Gast in der Sendung „Geld oder Leben“ Im Morgenmagazin von Radio multicult.fm (Radio multicult.fm sendet auf der UKW-Frequenz 88,4 MHz (in Potsdam auf 90,7 MHz) und rund um die Uhr online).
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    Mi, 30. Januar 2013, 19:00 Uhr, Irving-Zola-Haus
    (Ohlauer Straße 12, 10999 Berlin / Ecke Reichenberger Straße).
    Alia Ciobanu: Revolution im Klassenzimmer.

    Alia Ciobanu erzählt in ihrem Buch davon, wie Freiburger Jugendliche sich von ihrer Schule abmelden und ihr Abitur ohne Schule vorbereiten. Sie organisieren alles selbst. In ihrem Wochenablauf kommen auch “Lehrer_innenstunden” vor. Aber die Lehrkräfte erklären nur das, wonach sie gefragt werden, und die Schüler_innen bestimmen mit ihren Bedrürfnissen und Fragen, was passiert.

    alternative Termine mit Alia Ciobanu:

  • Do. 24.01., 19.00 Uhr (auf Einladung der Alternativschule Berlin) im Haus der Demokratie und Menschenrechte, Greifswalder Straße 4, 10405 Berlin.
  • Di, 29.01., 20:00 Uhr (auf Einladung der CONTRASTE), beim Berliner Büchertisch, Mehringdamm 51, 2. Hof)

  • 1 Antwort auf „Etwas Anderes als Schule. 3 Perspektiven auf schulfreies Lernen.“


    1. 1 Ellen Gause 15. April 2013 um 23:15 Uhr

      Nachdem ich mich mit der Problematik eingehend beschäftigt habe, bin ich überzeugt davon, dass die Schulpflicht ein typisches Manöver der „Obrigkeit“ ist um die Chancen ihrer Liebsten nicht allzusehr zu schmälern. Kein anderes Mittel ist besser geeignet die Eigenverantwortung der Eltern zu verhindern, die Motivation der Schüler zu zerstören und Lehrern die Notwendigkeit zu nehmen sich um jeden Schüler zu bemühen.
      Ich hoffe sehr, dass dieses menschenunwürdige Machtinstrument bald einem Bildungsangebot mit klarer Zielsetzung weichen muss!

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