„Regelschule ist vorsätzliche Körperverletzung und Vernichtung von Lebenszeit“

(cl) Anke Caspar-Jürgens war am vergangenen Donnerstag zusammen mit zwei Vertretern einer Initiative für Direkte Demokratie zu Gast bei der Jungen GEW Berlin. „Ein Fünftel aller Kinder hält die Schule nur unter Drogen aus“, so drastisch sei die Situation geworden, gibt sie zu bedenken. Die massenhaft verabreichten beruhigenden oder aufputschenden Psychopharmaka seien Zeichen der inneren Verweigerung der Kinder, die gegen ihren Willen in die Schule gezwungen würden. Ein Kind, das aufspringt und nicht eine Stunde auf einem Stuhl sitzen bleiben könne, sei außerhalb des Kontexts von Schule eigentlich kein Problem. Erst wenn Kind und Schule zusammen kommen, entsteht plötzlich eine Ratlosigkeit, die Erwachsene dazu führt, ein solches Kind als krank zu definieren und es täglich mit Medikamenten vollzustopfen, deren Langzeitwirkungen verheerend seien.

Darüber hinaus zitierte sie neuere Studien, nach denen mindestens 70 % des schulischen Lernstoffes am Ende einer Schullaufbahn unwiderbringlich vergessen seien. „Was hätten diese Kinder mit der Zeit alles anfangen können?“ Nicht viel weniger drastisch sehen es Henning Graner und Kurt Wilhelmi von „Omnibus für Direkte Demokratie…“. Sie sind mit dem Anliegen gekommen, eine „Volksinitiative Schule in Freiheit“ zu erläutern, die die Schulpolitik umkrempeln soll. Ihre strategisch angelegten Forderungen lauten:

  • Pädagogische Freiheit – Die Schulen sollen die Inhalte und Qualitätsmaßstäbe ihrer Arbeit selbständig gestalten können.
  • Gleichberechtigte Finanzierung – Die Schulen in staatlicher und freier Trägerschaft sollen ohne Schulgeld zugänglich sein.
  • Selbständige Organisation – Alle Schulen, die es wollen, sollen die weitestgehendeorganisatorische Selbständigkeit erhalten.
  • Das Kalkül der Einladung geht auf: Das Treffen der jungen GEW wird zum gemeinsamen Nachdenken über Grundsätzliches und über die passenden politischen Strategien:

  • Kann die von Anke Caspar-Jürgens vorgestellte „Familienschule“ dem Willen des Bürgertums zur Seggregation etwas Einendes entgegensetzen? Oder kann die Volksinitiative die bestehenden Spaltungstendenzen aufhalten?
  • Führt die Idee, einzelnen Schulen mehr Autonomie zu geben dazu, dass auch die beteiligten Menschen freier werden? Oder schafft sie einfach eine bessere Möglichkeit zur feindlichen Übernahme der staatlichen Schule durch privatwirtschatliche Akteur_innen?

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