„alternative“ vs. öffentliche Schule

Sollten wir versuchen, die richtige Schule im falschen Leben zu errichten?
Oder im Rahmen dieser herrschaftsförmigen Gesellschaft versuchen, die öffentliche Schule zu verbessern?

Es soll vor allem um unsere – und Deine? - subjektive Positionierung gehen.

Donnerstag, 31.10.13, um 19 Uhr in der Meuterei, Reichenberger Str. 58

Den Begriff der „alternativen“ Schule haben wir in dieser Einladung sehr allgemein verstanden, quasi als Gegenbegriff zur „öffentlichen“ Schule.
Eine interessante Diskussion entspann sich vorher schon auf der Mailingliste und ist in den Kommentaren nachzulesen.


7 Antworten auf „„alternative“ vs. öffentliche Schule“


  1. 1 frank 05. November 2013 um 19:44 Uhr

    Am 31.10.2013 06:12, schrieb raphael:
    > letztes mal ging es um eine aktuelle diskussion zur alternativen schule,
    > die wir heute mit abarbeiten wollten. kann mir da noch einmal jemand auf
    > due sprünge helfen, wAS das genau war. gru0ß raphael
    meinst du die volksinitiative http://www.schule-in-freiheit.de/ ?
    die sammeln grad unterschriften, wirken erstmal recht progressiv, sind
    aber meinung nach irgendwas zwischen neoliberalen und ignoranten. machen
    ne menge evangelische schulen bei denen mit. chao, frank.

  2. 2 Kurt 05. November 2013 um 19:49 Uhr

    Hallo Frank,

    ist ja interessant, von Dir zwischen neoliberal, ignorant und protestantisch
    eingeordnet zu werden (ich mache mit bei der Volksinitiative „Schule in
    Freiheit“).

    Wir können uns gerne einmal treffen, um über Schule und Bildung zu sprechen.
    Ich kann gerne zu einem Eurer Treffen kommen. Anfang des Jahres waren wir
    auch auf einem Treffen der Jungen GEW im Max und Moritz und hatten ein
    inhaltlich sehr gutes Gespräch.

    Bis dahin kann man sich über die Inhalte der Volksinitiative mit dem
    Infoblatt informieren:
    www.schule-in-freiheit.de/fileadmin/sifr/pdf/Infoblatt-VI-Schule-in-Freiheit-2013.pdf

    Grüsse
    Kurt

  3. 3 Manuel 05. November 2013 um 19:51 Uhr

    So, dann schalte ich mich auch mal in diese Diskussion ein…

    Omnibus ist ja schon zweimal bei der jungen GEW zu Gast gewesen. Beim Treffen dieses Jahr war ich nicht dabei, aber ich kann mich gut an jenes vor – grob geschätzt – drei oder vier Jahren erinnern. Unser Fazit war damals, dass wir in Bezug auf Freiheit im Unterricht und in der Schulentwicklung viel gemeinsam haben. Aber wir haben Omnibus damals vorgeworfen, in seiner Volksinitiative nicht auf die Gefahr der sozialen Selektion an „Privatschulen“ einzugehen. Deshalb war unsere Bitte, einen entsprechenden Passus in die Initiative aufzunehmen. Da das ausdrücklich abgelehnt wurde, lehnen wir als junge GEW seitdem eine Unterstützung von Omnibus ab.

    Es kann ja sein, dass Omnibus inzwischen seine Position verändert hat, das würde ich sehr begrüßen. Mein Eindruck ist aber, lieber Kurt, dass Ihr in der Tat blind seid für ökonomische Verwertungszusammenhänge im Schulwesen und die Interessen nicht weniger, „freier“ Schulträger dabei. Deswegen finde ich Franks kl. Polemik nicht völlig abwegig, wenn auch polemisch…

    Man muss übrigens auch sehr aufpassen, wenn von „Eigenverantwortung“ der Schulen o. ä. die Rede ist, das ist häufig eine Ökonomisierung durch die Hintertür.

    Solidarische Grüße
    Manuel

  4. 4 Kurt 05. November 2013 um 19:53 Uhr

    Lieber Manuel,

    die Position von OMNIBUS ist eindeutig: wir sind GEGEN soziale Selektion. Gerade aus diesem Grund schlagen wir mit der Volksinitiative vor: die Schulen in freier Trägerschaft sollen gleichberechtigt finanziert werden. Sie dürfen dann KEIN Schulgeld mehr erheben. Wir wollen den Privatcharakter dieser Schulen überwinden, es sollen öffentliche Schulen sein, die zugänglich sind für ALLE, unabhängig vom Einkommen der Eltern. Man kann sogar gesetzlich festlegen: Sie sollen alle aufnehmen, die sich bei ihnen anmelden. Und sie sollen eine gemeinnützige Rechtsform haben.

    Aber die Schulen in freier Trägerschaft sind nur das eine. Das andere sind die staatlichen Schulen. Für die fordern wir mehr Autonomie und Gestaltungshoheit, z.B. Personalhoheit, Budgethoheit. Als Rechtsform für diese Autonomie schlagen wir vor: die RECHTSFÄHIGE Körperschaft öffentlichen Rechts.

    Wir können gerne jederzeit weiter darüber diskutieren und wir kommen gerne ein drittes mal ins Max und Moritz. Ich selbst fand die beiden bisherigen Treffen wirklich sehr gut und interessant und bereichernd und wir haben uns bei Euch recht wohl gefühlt.

    Kurt

  5. 5 Manuel 05. November 2013 um 19:55 Uhr

    Hallo Kurt,
    danke für diese Klarstellung. Ich glaube, dass wir (junge GEW und Omnibus) grundsätzlich unterschiedliche Vorstellungen von Schule haben, trotz aller Gemeinsamkeiten, die auch nicht auf einen Nenner zu bringen sind. Denn die Überführung der staatlichen Schulen in Körperschaften öffentlichen Rechts würde aus unserer Sicht die Schulen erstens massiv überfordern (Schulleiter sind keine Manager und sollen auch keine sein) und zweitens eben betriebswirtschaftliche Kategorien in die Schule bringen, die da nichts zu suchen haben. Und das ist eben eine sehr (neo-) liberale Idee. Trotzdem können wir das bei Gelegenheit gerne wieder ausführlich diskutieren, denn gerade Gegensätze sind ja immer interessant… Und sicher haben wir auch gemeinsame Anliegen!
    Schönen Abend!
    Manuel

  6. 6 Frank 05. November 2013 um 19:59 Uhr

    Von meiner Seite möchte ich mich voll und ganz der
    Argumentation von Manuel anschließen – er trifft
    die entscheidenden Punkte.
    Ich habe mich mehrfach intensiv mit der Initiative befasst und war z.B
    auch beim ersten jungeGEW-Abend dazu im Max & Moritz an der Diskussion beteiligt.
    Ich fände es sehr schön, wenn die Argumente auf dem krile-Blog
    festgehalten und fortgesetzt werden könnten und würde deshalb Euch
    beide, Manuel und Kurt, fragen, ob ich Eure Mails dort veröffentlich
    dürfte – mit Vornamen oder nach Wunsch anonymisiert.
    Liebe Grüße, Frank.

    Die beiden haben dankbarerweise zugestimmt, also kann die Diskussion hier weitergehen.

  7. 7 Frank 11. November 2013 um 11:51 Uhr

    Der folgende Artikel beschreibt toll die kapitalistische Kehrseite scheinbar emanzipatorischer und frei klingender Bildungsideen in einer nicht-freien Welt:
    www.uni-bamberg.de/fileadmin/uni/fakultaeten/sowi_didaktik/sozialkunde/Texte_und_Literaturtipps/Krautz_J_2009.pdf
    Der Autor geht auch auf die von Omnibus und Co. so gefeierte Autonomie und Selbstverwaltung der Schulen ein (u.a. Seite 5)

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