Archiv der Kategorie 'Aberglaubenskritik'

Säkularismus ist kein Rassismus. Diskussion am 27.4.


Diskussionsabend am Mittwoch, 27.4., 20Uhr in der Meuterei (Reichenberger Str. 58)
Die Haltung der Krilen zu Religionen.
Zu diesem Thema ist schon lange mal wieder eine Diskussion überfällig,
Wir tun uns unglaublich schwer, hier eine halbwegs konsensuale Position zu finden.

Ich habe einen Text vorgelegt (unten), der absolut nicht unumstritten ist – manche mögen ihn polemisch finden – und möchte ihn zur Diskussion stellen. Insofern ist das „wir“ im Text unten nicht etwa eine Vereinnahmung aller für die geäußerten Positionen; ich würde mir nur wünschen, dass sich alle dahinter versammeln würden.
Wir freuen uns auf die Diskussion und ich mich auch auf Widerspruch.
Amen. F.

Säkularismus ist kein Rassismus.
Gegen Aberglaubenssymbole in Schule und Kita.

Diskrete Folter soll OK sein? „Ein kleines Kreuz“ am Hals des Lehrers halten viele nach derzeitiger Berliner Rechtslage für erlaubt; steht so eigentlich aber nicht in dem Gesetz, das LehrerInnen das Präsentieren von Aberglaubenssymbolen verbietet, egal ob diese in Form eines mythisch überhöhten Stücks Stoff um den Kopf daherkommen oder in Form eines Foltergeräts als Schmuckstück.
Wir finden: auch ein bisschen Religion ist der Verdummung zuviel, das Verbot von Kreuz und Kopftuch für PädagogInnen muss bleiben.
Wir begrüßen deshalb ausdrücklich das aktuelle Urteil des Berliner Arbeitsgerichts zum Thema
Die Berliner Regelungen sind näher an einem aufgeklärten Umgang mit Religionen als sonst in Deutschland und absolut zu verteidigen.
In der Freizeit kann jedeR LehrerIn jeden Mythos anbeten, auf den ersie halt so steht, aber in Schule und Kita haben Religionen und ihre Symbole nichts verloren.
Es darf auch keine Sonderrechte für den Aberglauben geben wie z.B. Befreiung von Mädchen vom Schwimmunterricht aus „religiösen“ Gründen.
Es ist erbärmlich, dass seit Jahren große Teile sich progressiv und links verstehender Szenen solchen säkularen Ansatz als „Islamophobie“ oder „antimuslimischen Rasissmus“ denunzieren und sich so vor den Karren von Reaktionären spannen lassen.
Wir sind „religiosophob“, „patriarchalophob“, „rassismophob“ und „dummheitsphob“. Religionen raus. Wer das nicht unterschreiben kann, kann sich kaum als „emanzipatorisch“ oder „herrschaftskritisch“ bezeichnen.

Ein paar Lesetipps zum Thema:
Charb. Brief an die Heuchler – und wie sie den Rassisten in die Hände spielen.

http://www.gew-berlin.de/10103_14582.php außerdem der Leserinnenbrief auf Seite 32 der „bbz“ 2/16 (gew-zeitschrift berlin)

http://www.emma.de/artikel/hoert-endlich-auf-uns-zu-bevormunden-331467 – auch wenn die Chefin Schwarzer in letzter Zeit in der Tat die Grenze zum Rassismus überschreitet und sich unappetitlich an die AfD ranschmeißt, ein lesenswerter Artikel

das Berliner „Neutralitätsgesetz“

Imagine…no religion….no possessions…

Diese Zeilen werden gerne vergessen, wenn jetzt überall wieder „Imagine“ im Radio nudelt.
Kapitalismus abschaffen. Religionen abschaffen.

Zur Zeit stimmen wir uns über den Wochentag unserer zukünftigen Treffen ab, bitte schreib uns eine kurze Mail, wenn Du Interesse hast und mitentscheiden möchtest: Auf Mittwochs wechseln? Doch beim Dienstag bleiben? Mal so, mal so?
Am Mi., 2.12. gehen wir wieder gemeinsam zu einer Veranstaltung einer befreundeten Gruppe zum Thema:
„Graue Wölfe in Deutschland – Strukturen und Auftreten des türkischen Ultra-Nationalismus“

Für Krile-Planungen treffen wir uns um vorher 18:45 vor dem Südblock, schreibt uns ne kurze Mail, wenn Ihr uns treffen wollt.

Keinen Feiertag für antisemitischen Frauenhasser

Feiertage? Immer doch! Aber nicht für AntisemitInnen und Frauenverächter. Nein zum Luthertag.

Berlin wird 2017 einen zusätzlichen Feiertag abhalten. Da freuen wir uns natürlich eigentlich, wer sagt schon was gegen einen schönen Tag auf der Faulen Haut.
Gefeiert werden soll aber ein frauenverachtender, antisemitischer Pfaffe namens Luther. Nein dazu!
Luther King statt Martin! Religiöse Feiertage abschaffen!
Macht endlich den Tag der Befreiung Europas von Nazideutschland, den 8. oder 9. Mai, zum Feiertag!

Unser nächster Offener Abend ist voraussichtlich am Di., 3.11., es wird um verschiedene Themen, unter anderem „Inklusion“, gehen – schaut nochmal hier vorbei für mehr Infos.

Sex and the school – Di., 6.10. Offener Abend

Soundtrack: Sookee

Sex scheint wieder ein Problem zu sein. Das finden nicht nur Islamfaschisten weltweit, das finden auch zunehmend fundamentalistische Christen, das finden sogenannte Besorgte Eltern, die gegen Homosexualität und „abartigste Sexpraktiken“ Magnus Hirschfelds und Simone de Beauvoires hetzen, das findet auch Alice Schwarzer.
Zwischen den irren Eltern und Schwarzer gab es zuletzt eine bizarre Parallele im Kampf gegen eine „Frühsexualisierung“ von Kindern. Gemeint ist damit wohl die Tatsache, dass den vermeintlich Unschuldigen Kleinen heutzutage auch in der Schule derart Schmuddelkram wie verschiedene Spielarten des Sex von Masturbation, über homosexuellen Sex bis hin zu Analsex, präsentiert werden soll. Das stößt auf Widerstand von LustfeindInnen vielerlei Couleur, womit die richtige Forderung nach Vielfalt auf absurde Weise eingelöst wird.
Übrig bleibt die Förderung sexueller Vielfalt und Identitäten, Reden über verschiedene Formen von „Liebe“, aber schnackseln, pimpern, wichsen, knutschen, vögeln, scheint keineR mehr zu dürfen oder zu wollen. Selbst „kein Sex vor der Ehe“ scheint unter SchülerInnen langsam wieder eine Bewegung zu werden.
Immer schwieriger hat es jede Darstellung von Sexualität als lustvoll, selbstbestimmt, toll.

Liegt dies vielleicht daran, dass alles Reden über Sex seit den schockierenden Enthüllungen über den massenhaften sogenannten „Missbrauch“ Jugendlicher und Kinder durch Mitglieder der kriminellen Vereinigung Kirche und sogar abgekulteter „reformpädagogischer“ Kreise tabuisiert ist? Traut sich keineR, lustfeindliche Tendenzen in einigen feministischen Zusammenhängen zu kritisieren, um nicht mit Maskulisten und anderen Reaktionären verwechselt zu werden? Soll mit manch problematischem der sexuellen Revolution auch deren Kern der Befreiung und Emanzipation vergessen werden?

Lest am besten schonmal diesen Text, die „Hautaufgaben“ (kann ja auch mal ne bürgerliche Zeitung sein).
Und noch ein Buchtipp: Vögeln ist schön. Die Sexrevolte von 1968 und was von ihr bleibt. Ulrike Heider, Rotbuch.

Am Dienstag, 6.10.15 wie immer um 19:30Uhr in der Meuterei.

„Marsch für das Leben?“ – What the fuck!

Wir sagen mit vielen „what the fuck!“ zu christlichen Fundis, Abtreibungsgegnern, Antifeministen und anderen Reaktionären. Beteiligt Euch an den Aktionen am Samstag | 19. September | 11.00 Uhr | S-Bhf. Anhalter Bahnhof.

Demnächst machen wir auch mal nen Offenen Abend zu sexfeindlichen Reaktionären.

Sind wir Charlie?




Nicht alle von uns wollen „Gotteslästerung“ betreiben. Nicht alle von uns finden alle Karikaturen von Charlie Hebdo toll (auch über die hier geposteten gibt es verschiedene Ansichten).
Wir alle finden es aber selbstverständlich, dass es von den Menschenrechten keine Ausnahmen unter religiösem Vorwand geben kann. Und dass deshalb so etwas wie der „Blasphemie“paragraph im deutschen Strafrecht längst abgeschafft gehört.
Ermordet wurden in Paris JüdInnen, KommunistInnen, KämpferInnen gegen rechtsextreme rassistische PopulistInnen von Front National wie Pegida. Es waren Angriffe auf alles, wofür Linke stehen.

Zwei weiterführende Beiträge zur Diskussion:
Je suis, tu es, nous sommes la revolution! https://linksunten.indymedia.org/de/node/131887
zum Entstehungskontext vieler Karikaturen und Übersetzung ins Englische: http://www.understandingcharliehebdo.com/

Übersetzungen:
erste: Unterzeile „Unverantwortliche Zeitung“ – Alles ist verziehen.
zweite: Der Papst geht zu weit! – „Dies ist mein Leib!“
dritte: Le Pen – Die Kandidatin, die IHNEN ähnelt.
vierte: PRIVATSCHULE – „Wenn du lieb zu mir bist, nehme ich dich zur Anti-Pädophilen-Demo mit.“

Das Kreuz mit der Schule, Vom Einfluss der Kirchen in der Bildungspolitik – Diskussionsveranstaltung 26.3.

Am 26. März haben wir eine Diskussionsveranstaltung mit dem Autor Carsten Frerk im Buchladen Schwarze Risse organisiert:

Die „Trennung von Kirche und Staat“ ist ein wichtiger Grundsatz, mit dem sich die sogenannten Westlichen Demokratien gerne gegenüber anderen Gesellschaftsordnungen als überlegen darstellen. „Das Gottesgnadentum ist abgeschafft – Es lebe die Volkssouveränität“ – oder ähnlich.

In Deutschland ist aber schon immer alles etwas anders. Die Kirchen, nicht die Monarchen, hatten im 19. Jahrhundert die Hoheit über die meisten Schulen. Und mit diesen und anderen vordemokratischen Zuständen begründen sie gerne ihre Ansprüche, auch künftig in der Bildungspolitik von der KiTa bis zur Universität ein gewichtiges Wort mitzureden – und dafür auch reichlich vom Staat finanziert zu werden.

Am Beispiel der Berliner Schulstiftung, von Kitas und Religionsunterricht wird unser Referent Carsten Frerk mit einem Input die Berliner Situation skizzieren und die Diskussion eröffnen.

Zum Referenten:
Carsten Frerk wurde durch kirchen- und religionskritische Werke bekannt. Daneben ist er Autor historischer Romane. Im Mittelpunkt seines Werks stehen Buchveröffentlichungen über die finanziellen Verflechtungen von Staat und den beiden Amtskirchen in der Bundesrepublik Deutschland. Unter anderem deshalb gilt er als Kirchen- und Religionskritiker. Carsten Frerk hat zum Beispiel das „Violettbuch Kirchenfinanzen“
zusammengestellt. Hier der Klappentext:

„Obwohl die beiden großen christlichen Kirchen heute weniger als zwei Drittel der Bevölkerung organisieren, werden viele ihrer Belange durch die öffentliche Hand finanziert. Und das betrifft keineswegs nur Krankenhäuser oder Sozialstationen, die von der Allgemeinheit in Anspruch genommen werden können. Ob Bischofsgehälter, die Ausbildung kirchlichen Personals oder Missionswerke – konfessionslose und andersgläubige Bürgerinnen und Bürger zahlen kräftig mit.
Carsten Frerk gibt einen systematischen Überblick, zu welchen Gelegenheiten der Staat von den Kirchen zur Kasse gebeten wird. Er problematisiert versteckte Subventionen wie die steuerliche Absetzbarkeit der Kirchensteuer, erläutert die rechtliche und historische Fragwürdigkeit der sogenannten Staatsleistungen und stellt die Frage, warum die Allgemeinheit soziale Einrichtungen in kirchlicher Trägerschaft bezuschusst, obwohl dort die Arbeitnehmerrechte weitgehend außer Kraft gesetzt sind.

Dabei geht es nicht um Kleinigkeiten: Die Zuwendungen der öffentlichen Hand an die Kirchen übersteigen deren Einnahmen aus der Kirchensteuer bei weitem. Und da die Kirchen steuerbefreit sind, tragen sie nichts zur Finanzierung der gesellschaftlichen Infrastruktur bei, von der sie profitieren.“

Mittwoch, 26.März 2014- 19:30 – Buchladen Schwarze Risse (im Mehringhof)

Offenes Treffen: Aberglauben in der Schule? 5.6.

Die Diskussion einleiten wird eine Polemik von Frank:

„Nur die Kirchen raus aus dem Bildungssystem?
Und Gott und Aberglauben drinlassen?

Das Tragen einer Kippa in der Schule würde ich jederzeit verteidigen.
Wieso es damit in Deutschland eine besondere Bewandtnis hat, muss wohl nicht erläutert werden.

Kreuz und Kopftuch haben dort aber nichts verloren, genauso wenig wie „Religionsunterricht“, Sonder-Ferientage für Angehörige staatlich anerkannter Aberglaubensgemeinschaften, Gebetsräume, „freiwillige“ Schulgottesdienste am Luther-Tag, Befreiungen vom Schwimmunterricht oder geschlechtergetrennter Sportunterricht aus religiösen Gründen. Um das Lehren von Kreationismus muss wohl bisher in Deutschland nicht gestritten werden, aber wie lange noch?

Täuscht mein Eindruck oder gibt es solcherart stark zunehmenden Erscheinungen gegenüber eine Menge falscher Toleranz auch unter sich emanzipatorisch verstehenden Pädagog_innen?
Dass mensch ungern mit Rassisten wie Sarrazin eine Position gegen Kopftücher teilen möchte, ist klar. Doch deshalb dürfen wir die kämpferische Auseinandersetzung mit antiemanzipatorischen Ideologien – und das sind prinzipiell alle Religionen, nicht nur deren Institutionen – nicht den Rassist_innen überlassen.“