Neuauflage von „Kritische Lehrer_innen – Kein Handbuch“ erschienen

Tatsächlich haben wir nun die lange von vielen eingeforderte zweite Auflage unseres „Kritische Lehrer_innen – Kein Handbuch“ (2014, erste Aufl. 2010) fertiggestellt, gedruckt und versandt!
Die Inhalte entsprechen zum größten Teil der ersten Auflage; aktualisiert wurden vor allem Links und Kontakte sowie aktuelle Entwicklungen bei den diversen Projekten. Und der Rotstift hat mit den Tippfehlerchen aufgeräumt…

Classroom Management- die volle Kontrolle?

Klassenführung oder auch Classroom Management gilt heute in der Schule als Schlüsselkompetenz für LehrerInnen. Jede Menge Bücher und Handlungsanweisungen, wie der Ablauf von Unterricht optimiert werden kann, sollen dabei helfen die Schüler und Schülerinnen an das Lernziel zu führen.

Jacob Kounin gilt als Begründer des Classroom Managements, er formulierte in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts Verhaltensdimensionen für PädagogInnen, die ihnen helfen sollten Gruppen effektiv zu führen und somit Störungen gar nicht erst aufkommen zu lassen.

Gibt es einen Unterschied zwischen Classroom Management und der klassischen Disziplinierung in der Schule? Welche Ideen von Lernen und Schule strecken in dem Classroom Management? Drücken sich die Machtstrukturen der Schule und der Gesellschaft darin aus oder könnte es auch ein Instrument für einen von SchülerInneninteressen geleiteten Unterricht sein?

Diesen Fragen möchten wir mit euch gemeinsam nachgehen.

Offenes KriLe-Treffen am 18.6. ab 19.00 in der Meuterei Reichenbergerstraße 58

Bourdieu – Die konservative Schule – 4.Juni Offenes Treffen

Empirische Studien haben den Zusammenhang zwischen sozioökonomischer Herkunft und Bildungschancen auf verschiedenen Stufen des Bildungssystems immer wieder bestätigt. Pierre Bourdieu geht davon aus, dass dieser Zusammenhang nicht mit Unterschieden in den angeborenen Fähigkeiten oder dem Ausmaß an Anstrengung zu erklären ist, sondern anhand der schichtspezifischen Vererbung von sogenanntem kulturellen Kapital (Einstellungen und Fähigkeiten) von Eltern auf ihre Kinder. Er stellt dadurch in Frage, dass das Bildungssystem soziale Mobilität ermöglicht und hält Chancengleichheit vielmehr für einen Mythos. Denn Schule, die die unterschiedliche kulturelle Ausstattung im Habitus der Schüler weder berücksichtigt noch ausgleicht, benachteiligt damit Kinder nicht-akademischer Milieus und reproduziert so soziale Ungleichheit. Aber ist eine Praxis, die im Sinne Bourdieus zu Bildungsgerechtigkeit beiträgt, möglich?

Treffpunkt:
um 19 Uhr
in der Meu­te­rei,
Rei­chen­ber­ger Str. 58

Digitales Panoptikum und die Schule als Dealer

Of­fe­nes Tref­fen am Mitt­woch, 7.5. um 19 Uhr
in der Meuterei (Reichenberger Str. 58)

Schulen treten zunehmend als Dealer auf, die vertickten Waren heißen Computer und Internet. Wir sind natürlich nicht gegen Drogen, aber mensch muss einen selbstbestimmten Umgang mit ihnen lernen und Dealer Verantwortung für ihre Ware übernehmen.
Es wird jedoch meist alles, was irgendwie nach Computerpad, digitaler Tafel, etc. aussieht oder wo ein Apfel draufklebt, unkritisch von Eltern, Schulen und zunehmend schon Kitas gehypet, ohne überhaupt je nach irgendeinem Nutzen zu fragen. Vom Schaden ganz zu schweigen.
Wie soll eine solche Schule einen reflektierten Umgang mit den sogenannten „sozialen“ Netzen u.ä. fördern? Die Bewertung dieser bleibt dabei bei der Erkenntnis stehen, dass dort schreckliche Dinge passieren
können, die zum Glück sehr selten sind, doch über die ständige tägliche Selbstvermarktungs- und Anpassungspraxis wird nicht nachgedacht.
Ist die digitale Schere im Kopf schon komplett installiert? Nur wer nicht lebt, kann behaupten „ich habe doch nichts zu verbergen“, das rechtfertigt aber immer noch nicht, andere unfreiwillig mit ins Panoptikum zu zwingen.

Über diese Fragen wollen wir uns nach kurzem Input untereinander austauschen und diskutieren.
Wenn gewünscht und die Diskussion nicht zu spät endet, kann anschließend eine Einführung in Verschlüsselung als Praktischen
Daten-Selbstschutz
stattfinden.

Public Key der krile

Wir haben natürlich auch einen gpg/pgp-Key, damit Ihr uns verschlüsselt mailen könnt, die ID ist 0F3B1B61, falls Du ihn von einem Keyserver hast und sichergehen willst. Sonst gibts ihn natürlich auch hier direkt.

Wenn Du mit Spaß lernen möchtest, Deine Privatsphäre zu schützen, empfehlen wir Dir eine cryptoparty.in/berlin

Das Kreuz mit der Schule, Vom Einfluss der Kirchen in der Bildungspolitik – Diskussionsveranstaltung 26.3.

Am 26. März haben wir eine Diskussionsveranstaltung mit dem Autor Carsten Frerk im Buchladen Schwarze Risse organisiert:

Die „Trennung von Kirche und Staat“ ist ein wichtiger Grundsatz, mit dem sich die sogenannten Westlichen Demokratien gerne gegenüber anderen Gesellschaftsordnungen als überlegen darstellen. „Das Gottesgnadentum ist abgeschafft – Es lebe die Volkssouveränität“ – oder ähnlich.

In Deutschland ist aber schon immer alles etwas anders. Die Kirchen, nicht die Monarchen, hatten im 19. Jahrhundert die Hoheit über die meisten Schulen. Und mit diesen und anderen vordemokratischen Zuständen begründen sie gerne ihre Ansprüche, auch künftig in der Bildungspolitik von der KiTa bis zur Universität ein gewichtiges Wort mitzureden – und dafür auch reichlich vom Staat finanziert zu werden.

Am Beispiel der Berliner Schulstiftung, von Kitas und Religionsunterricht wird unser Referent Carsten Frerk mit einem Input die Berliner Situation skizzieren und die Diskussion eröffnen.

Zum Referenten:
Carsten Frerk wurde durch kirchen- und religionskritische Werke bekannt. Daneben ist er Autor historischer Romane. Im Mittelpunkt seines Werks stehen Buchveröffentlichungen über die finanziellen Verflechtungen von Staat und den beiden Amtskirchen in der Bundesrepublik Deutschland. Unter anderem deshalb gilt er als Kirchen- und Religionskritiker. Carsten Frerk hat zum Beispiel das „Violettbuch Kirchenfinanzen“
zusammengestellt. Hier der Klappentext:

„Obwohl die beiden großen christlichen Kirchen heute weniger als zwei Drittel der Bevölkerung organisieren, werden viele ihrer Belange durch die öffentliche Hand finanziert. Und das betrifft keineswegs nur Krankenhäuser oder Sozialstationen, die von der Allgemeinheit in Anspruch genommen werden können. Ob Bischofsgehälter, die Ausbildung kirchlichen Personals oder Missionswerke – konfessionslose und andersgläubige Bürgerinnen und Bürger zahlen kräftig mit.
Carsten Frerk gibt einen systematischen Überblick, zu welchen Gelegenheiten der Staat von den Kirchen zur Kasse gebeten wird. Er problematisiert versteckte Subventionen wie die steuerliche Absetzbarkeit der Kirchensteuer, erläutert die rechtliche und historische Fragwürdigkeit der sogenannten Staatsleistungen und stellt die Frage, warum die Allgemeinheit soziale Einrichtungen in kirchlicher Trägerschaft bezuschusst, obwohl dort die Arbeitnehmerrechte weitgehend außer Kraft gesetzt sind.

Dabei geht es nicht um Kleinigkeiten: Die Zuwendungen der öffentlichen Hand an die Kirchen übersteigen deren Einnahmen aus der Kirchensteuer bei weitem. Und da die Kirchen steuerbefreit sind, tragen sie nichts zur Finanzierung der gesellschaftlichen Infrastruktur bei, von der sie profitieren.“

Mittwoch, 26.März 2014- 19:30 – Buchladen Schwarze Risse (im Mehringhof)

„Bildungsferne“ Nachbarschaft? Stadtentwicklung und Schule – 26.2.

Offenes Treffen am Mittwoch, 26.2. um 19 Uhr
in der Meu­te­rei (Rei­chen­ber­ger 58, Kreuz­berg)

„Ich liebe diesen Kiez, da er so bunt ist, aber meine Kinder würde ich hier nicht zur Schule schicken…“
Wir wollen uns diesmal über solche Aussagen austauschen, über ihre Ursprünge und Auswirkungen, implizite Rassismen und Klassismen und unsere eigenen Handlungsmöglichkeiten.
Was motiviert Eltern zu Versuchen, Schulen in Kreuzberg und Neukölln für „Bildungsbewusste“ attraktiver zu machen? Wie funktioniert das Zusammenspiel von Stadt- und Schulentwicklung? Steigt mit den Mieten auch das Bildungsniveau an den Schulen? Sind „Ghettos“ für die „Bildungsfernen“ vorgesehen, aufgewertete Stadtteile für die „Bildungsbewussten“? Wie wirken sich diese Zuschreibungen auf das schulische Miteinander aus? Wie kann schließlich jenseits der Sorge um das eigene Bildungskapital auf politischer, institutioneller, pädagogischer und didaktischer Ebene interveniert werden?

Leseempfehlung:
Juliane Karakayali, Birgit zur Nieden: Rassismus und Klassen-Raum.
Segregation nach Herkunft an Berliner Grundschulen

Bei den Offenen Treffen sind immer alle herzlich willkommen.

Am 26. März machen wir dann eine gemeinsame Veranstaltung mit einem Gast im Buchladen Schwarze Risse: Der Ein­fluss der Kir­chen auf die Schu­le – mit Cars­ten Frerk (Violettbuch Kirchenfinanzen u.a.) – schonmal vormerken und weitererzählen

Schule und Bundeswehr – 12.2. Offenes Treffen gegen d. Militarisierung d. Schule

Massiv drängt die Bundeswehr mit Werbung fürs Tötungshandwerk in die Schulen. Welche Handlungsmöglichkeiten gibt es für LehrerInnen, mit dieser Propaganda umzugehen? Wir haben zwei Personen von einem der Bündnisse gegen Bundeswehr Aktivitäten in Schulen – Schule ohne Militär zu Gast, die von Erfahrungen und ihrer Arbeit berichten.

Hinweis: In der aktuellen Jungle World ist auch ein Artikel zu dem Thema:
http://jungle-world.com/artikel/2014/04/49192.html
Und zu Zivilklauseln an Unis z.B. die CONTRASTE 1/14

Im Anschluss wird es für Interessierte noch eine praktische Einführung in E-Mailverschlüsselung geben, wenn wir noch nicht bis spät in die Nacht debattiert haben. Wer Interesse hat, am besten Laptop mitbringen.

Mitt­woch, 12.2.14, um 19 Uhr
in der Meu­te­rei (Rei­chen­ber­ger 58, Kreuz­berg)

Einladung zum offenen Bezugsgruppen-Findungstreffen Ende Januar / Anfang Februar 2014

Studierende, Referenader_innen, und Junglehrer_innen finden sich zu Bezugsgruppen zusammen, um sich gegenseitig zu unterstützen, zu reflektieren und das Erlebte auch in einen politischen Kontext einzuordnen. Herzliche Einladung an alle interessierten zu einem weiteren Bezugsgruppen-Findungstreffen!

Was und wozu Bezugsgruppen?

Tag: Samsatg, 01. Februar 2014
Zeit: 11-13:30 Uhr
Ort: Mehringhof, blauer Salon
Adresse: Gneisenaustrasse 2a, 10961 Berlin, 2. Hof, Aufgang Mehringhoftheater, 1. Stock überm Theater;
Anfahrt: U6/U7 Mehringdamm

Vorgeschlagener Zeitrahmen sind 2½ Stunden zum gegenseitigen Kennelernen und kennelernen des Bezugsgruppenkonzepts. Ein zweites Treffen ist manchmal sinnvoll.

2. und letztes Bezugsgruppen-Findungstreffen

Jetzt werden Verabredungen getroffen und es geht los. Die nächste Einladung zur Gründung von Bezugsgruppen gibt es dann im Sept./Okt. 2014

Tag: Montag, 24. März 2014
Zeit: 18:30-21:00 Uhr
Ort: blauer Salon (siehe oben)

„Ex­pan­si­ves Ler­nen“ (vs „de­fen­si­ves Ler­nen“) – Offenes Treffen 22.1.14

Im neuen Jahr geht’s weiter mit dem Thema
„ex­pan­si­ves Ler­nen“ (vs „de­fen­si­ves Ler­nen“)

Einladung zum offenen Treffen der Kritischen Lehrer_Innen zum Thema Expansives statt defensives Lernen. Klaus Holzkamp, Begründer der Kritischen Psychologie, hat das Konzept des expansiven Lernens entwickelt: Schüler lernen dann auf sinnvolle Weise, wenn sie eigene Gründe (die ihren Lebens- und Lerninteressen entsprechen) dafür haben. Demgegenüber stellt er den Begriff des defensiven Lernens, das nicht der Überwindung von Hindernissen beim Erreichen von Lebens- und Lerninteressen dient, sondern lediglich der Vermeidung von Sanktionen wie z.B. Noten und Abwehr von Bedrohung. Bedingungen in der Schule behindern dementsprechend häufig eher Lernen, als es zu ermöglichen. Ist expansives Lernen im Rahmen von Schulunterricht trotzdem möglich?

Mitt­woch, 22.1.14, um 19 Uhr in der Meu­te­rei (Rei­chen­ber­ger 58, Kreuz­berg)

noch ein paar Lesetipps:
Die beiden Konzepte stammen von Klaus Holzkamp, der die Kritische Psychologie (marxistische Subjektiwssenschaft) an der FU begründet hat.
Hier ein Interview, in dem er über sein spezifisches Verständnis von Lernen spricht:
http://www.ph-heidelberg.de/org/suschu/ex.auszug.holzkamp.pdf
Ein Text, der sich mit dem subjektwissenschaftliuchen Lernkonzept kritisch auseinandersetzt:
http://www.cedefop.europa.eu/etv/Upload/Information_resources/Bookshop/423/36_de_grotlueschen.pdf
Und eine Hausarbeit mit dem Titel “ Die (Un-) möglichkeit subjektwissenschaftlichen Lernens im Schulalltag“
http://www2.ibw.uni-heidelberg.de/~gerstner/Wilhelm.pdf

Ge­flüch­te­te & Schu­le – Offenes Treffen am Mitt­woch, 11.​12.

Ge­flüch­te­te & Schu­le
Die kritischen Lehrer_innen laden zum Gespräch
Wir wollen uns diesmal mit der Situation geflüchteter Kinder und Jugendlicher befassen. Diese haben zwar ein Recht auf Bildung, also auch auf den Schulbesuch, welches aber aktuell in Berlin aufgrund diskriminierender bürokratischer Hürden nur dürftig durchgesetzt wird. Und selbst wenn es durchgesetzt wird, stellt sich die Frage, ob das hiesige Schulsystem angemessen auf geflüchtete Kinder und Jugendliche eingestellt ist. Demnach wollen wir darüber nachdenken, wie sie bei diesem Zugangsproblem und innerhalb der Schule unterstützt werden können. Auch Möglichkeiten, wie das schulische Umfeld informiert, sensibilisiert und politisiert werden kann, sollen diskutiert werden. All diese Überlegungen zu Support, Empowerment, Sensibilisierung und Politisierung sollen dabei jedoch daraufhin abgeklopft werden, wie angesichts einer weißen Dominanz v.a. der Lehrer_innenschaft und der administrativen Ebene Othering, Paternalismus, Viktimisierung und positiver Rassismus vermieden werden können: Was, wenn sie aus guten Gründen gar nicht in die Schule wollen? Wie kann ein paternalistischer und exklusiver Diskurs über „diese Flüchtlingskinder“ in Lehrer_innenzimmern und auf Schulkonferenzen vermieden werden? Wie kann erreicht werden, dass zwar die individuellen Geschichten der Schüler_innen sensibel berücksichtigt werden, Empathie und Solidarität gefördert werden, sie aber nicht permanent auf diese Rolle der „Anderen“ und der „Opfer“ reduziert werden?

Mittwoch, 11.12.13, um 19 Uhr
in der Meuterei (Reichenberger 58, Kreuzberg)

Sekundärtugenden in der Schule – Offenes Treffen am 27.11

Sekundärtugenden in der Schule
Im Zeitalter der Krise sollen die deutschen Schülerinnen und Schüler mehr lernen, als nur Mathe, Naturwissenschaften und Sprachen. Soziale und emotionale Fähigkeiten rücken in den Fokus. Geht es dabei aber um die persönliche Entwicklung des Individuums oder darum, mit soft skills „fit für die Zukunft“ zu machen ?

Mittwoch, 27.11.13, um 19 Uhr
in der Meuterei (Reichenberger 58, Kreuzberg)

Die Offenen Treffen sind keine „interne“ oder „BescheidwisserInnen“-Veranstaltungen, sondern es sind immer alle In­ter­es­sier­ten herz­lich will­kom­men.
Sie finden jetzt wieder in der Regel mittwochs statt
, es gibt aber dieses Jahr noch eine Ausnahme:

Die nächsten Themen sind:
Mitt­woch, 11.​12.: Ge­flüch­te­te & Schu­le